Schocken-Ansicht mit Bannern entlang der Brückenstraße

Schocken-Fassade erhält künstlerische Gestaltung

Am Dienstag, den 13. April 2010, erhält die Außenfassade am künftigen Landesmuseum für Archäologie und Geschichte Sachsens eine künstlerische Gestaltung.

Bis 31. Mai 2010 werden insgesamt 22 Banner von 7 m Höhe und 1 m Breite die Fassade entlang der Brückenstraße schmücken. Zu sehen werden das Wort „Archäologie“ in zwanzig verschiedenen Sprachen sowie zwei Mal das Wort „Geschichte“ sein.

Die Gestaltungsidee stammt von den regional ansässigen Künstlern Peter Tauscher, Frank Maibier und Kristian Otto.

Parallel zu dieser Fassadengestaltung wirbt die Handwerkskammer Chemnitz entlang des Bauzaunes im Rahmen der bundesweiten Imagekampagne des Handwerks mit interessanten Motiven, die in humorvoller Art und Weise zeigen, wie das Leben ohne das Handwerk aussähe und damit einen gelungenen Bogen zur Archäologie schlagen.

Mit der farblichen Gestaltung der Fassade schafft die GGG einen weiteren Anhaltspunkt für die Öffentlichkeit das künftige Landesmuseum schon jetzt vor Ort sichtbar zu machen und stärker in das Bewusstsein von Passanten und Besuchern zu rücken.

Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig und Staatssektretär Dr. Wolfgang Voß unterzeichnen die Mietvertragsurkunde für die weitere Nutzung des Kaufhaus SCHOCKEN als Sächsisches Landesmuseum für Vorgeschichte

Weiterer Meilenstein für Chemnitz als "Stadt der Moderne"

Feierliche Unterzeichnung des Mietvertrages für das Kaufhaus SCHOCKEN in Chemnitz

Am 15.07.2009 unterzeichnete Staatssekretär Dr. Wolfgang Voß vom Sächsischen Finanzministerium gemeinsam mit der Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig die Mietvertragsurkunde für das Kaufhaus SCHOCKEN.
Mit der Mietvertragsunterzeichnung ist der Grundstein für die Nutzung des Kaufhaus SCHOCKEN als Sächsisches Landesmuseum für Vorgeschichte gelegt.

Nach umfangreichen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen soll das ehem. Kaufhaus SCHOCKEN als "Haus der Ärchaologie" ab 2012 erstmals seine Pforten für Besucher öffnen.

Der Mietvertrag sieht vor, dass mit Übergabe der sanierten Räume das
Mietverhältnis beginnt. Die Mietdauer beläuft sich auf mindestens 18 Jahre.
Danach gibt es ein anschließendes Optionsrecht von zwei mal fünf Jahren.
Darüber hinaus hat der Freistaat Sachsen nach einer Mietzeit von 15 Jahren
ein Ankaufsrecht.

Der Mietvertrag, der die entscheidenden finanziellen Voraussetzungen für die Realisiernung des Projektes schafft, wurde zwischen der SIB (Staatsbetrieb Sächs. Immobilien- und Baumanagement) und der PVG (Projektierungs- und Verwaltungsgesellschaft Schocken Chemnitz m.b.H.) verhandelt. Letztere zeichnet sich nunmehr auch für bauliche Realisierung verantwortlich.

 

Ein Blick auf die vergangenen und bevorstehenden Monate:

  • April 2008 - Abstimmung zu wesentlichen Grundlagen für das neue Bau- und Ausstattungskonzept
     
  • Mai bis Dezember 2008 - europaweite VOF-Ausschreibung der Architekten und Fachplaner
     
  • Dezember 2008 - Unterzeichnung des "Eckpunktepapiers"
                                     mit der wesentlichen Bedeutung der Sicherung der Finanzierung
     
  • bis Mai 2009 - Vorplanungen für die Leistungsphasen 1 (Grundlagenermittlung) und 2 (Vorplanung)
     
  • Juni 2009 - Beauftragung der Leistungsphasen 3 (Entwurfsplanung) und 4 (Genehmigungsplanung)
     
  • 15. Juli 2009 - Unterzeichnung des Mietvertrages
     
  • bis Dezember 2009 - wird die Erteilung der Baugenehmigung erwartet
     
  • voraussichtlich Mai 2010 - Baubeginn
     
  • voraussichtlich Oktober 2011 - Bauende
     
  • Oktober 2011 bis April 2012 - Museumsausstattung
     
  • Mai 2012 - Museumseröffnung
     
Das SCHOCKEN (Entwurf)

Bauhaus-Erbe wird "Haus der Archäologie":

Das SCHOCKEN an der Brückenstraße

Ein innovatives Konzept verspricht die Neunutzung des Schocken-Warenhauses als künftiger Sitz des Sächsischen Landesmuseums für Archäologie und Frühgeschichte. Erlebnisgeschichte – Geschichte erleben - so lässt sich vielleicht am ehesten die Idee beschreiben, die Besucher ab dem Jahr 2012 auf der 7.000 m² großen Museumsfläche auf Schritt und Tritt begleiten wird. Möglich gemacht wird dies unter anderem durch virtuell dargestellte historische Szenarien, die individuelle Einblicke in den historischen Alltag vom Germanen bis zum Ritter geben.

Doch der Gebäudekomplex mit der gerundeten Fassade und den Terrassenaufbauten hat nicht nur perspektivisch Geschichtliches zu bieten, sondern blickt auch auf eine bewegte Geschichte zurück:

1927 von Erich Mendelsohn entworfen, gehört das ehemalige Kaufhaus Schocken mit seiner zur Kreuzung Brücken- und Bahnhofstraße hin geschwungenen Bandfassade zu den bedeutendsten Bauhaus-Zeugnissen in Sachsen. Die für seine Zeit innovative, hinter die Fassadenfront zurückgezogene Stützenkonstruktion des Eisenbetonskelettbaus ermöglichte eine völlig freie Schaufensterfront in allen Geschossbereichen. Das Ergebnis waren helle, freundliche Verkaufsräume. Entsprechend positiv fiel auch die Kundenresonanz bei der Eröffnung des Hauses am 15. Mai 1930 aus. Ende 1938 zwangen die Nationalsozialisten mit ihrer anitsemitischen Politik die jüdische Familie Schocken zum Verkauf ihrer Aktiengesellschaft, zu deren Vermögen auch der Chemnitzer Mendelsohn-Bau gehörte. Hauptaktionär Salman Schocken war bereits im Winter 1933 nach Palästina geflüchtet. Seit Januar 1939 wurde der Komplex unter dem Namen „Kaufhaus Merkur“ weitergeführt. 1948 wurde das Gebäude von der Handelsorganisation (HO) übernommen und erhielt - wie auch das Tietz-Haus - den Namen CENTRUM. 1991 erfolgte die Übernahme durch die Kaufhof AG.

Nach dem Umzug des Kaufhofs Ende 2001 übernahm die GGG mit einer Projektierungs- und Verwaltungsgesellschaft das denkmalgeschützte Objekt. Mit der Umnutzung des letzten erhaltenen Bauwerks der traditionsreichen Kaufhauskette SCHOCKEN zum "Haus der Archäologie" erhält Chemnitz die Chance für ein einzigartiges Museum. Die Bauarbeiten sollen im Ende 2011 abgeschlossen sein. Die Eröffnung ist für 2012 geplant.

  

über 80 Jahre Geschichte

Die Historie zum Gebäude SCHOCKEN

  • 1927
    Architekt Erich Mendelsohn aus Berlin erhält von der Schocken AG den Auftrag zum Bau eines Warenhauses in Chemnitz, da er bereits die Häuser in Stuttgart und Nürnberg für das Unternehmen projektiert hatte
  • 1927/28
    erste Zeichnungen und Skizzen zum Gebäude
  • 1929
    Erstellung des Baugesuches unter Mitwirkung der Bauabteilung Schocken; Planung der Innenausstattung, der Treppenhäuser und Türen, deutlich von der im Zusammenhang mit den vorangegangenen Kaufhausbauten entwickelten „corporate identity“ der Schocken AG geprägt
  • 1929
    Genehmigung für Errichtung des Warenhauses Brückenstraße 9 - 11 einschließlich Schaufensteranbau Brückenstraße 7 durch Bebauungsamt
  • 1929
    Beginn der Betonierungsarbeiten; Bauleitung durch hauseigenes Baubüro Schocken unter Leitung von Willy Heinze; Statische Berechnungen durch das Berliner Büro Held & Francke
  • 1930
    Eröffnung des Kaufhauses SCHOCKEN
  • 1933
    Beginn der nationalsozialistischen Repressalien gegen das jüdische Unternehmen Schocken
  • 1938
    Reichskristallnacht: Zerstörungen und Plünderungen auch im Kaufhaus SCHOCKEN
  • 1938/39
    Auflösung Schocken AG; Umbenennung in Kaufstätte „Merkur“
  • 1945
    nächtlicher Bombenangriff auf Chemnitz > zwar Gebäudeschäden, vor allem 6. - 8. Obergeschoss, jedoch vergleichsweise gering
  • 1945/46
    Überführung ins „Volkseigentum“
  • 1948
    Übernahme durch die HO > Umbenennung in „HO-Warenhaus“
  • 1956
    Erneuerung der durch Kriegseinflüsse beschädigten Travertinplattenverkleidung; Verkleidung des Erdgeschosses mit Travertin; Ersatz des ehemaligen Treppenhausbelages aus Holz durch Duromitplatten
  • 1963/64
    Rekonstruktion der gebäudetechnischen Substanz
  • 1965
    Umbenennung in „CENTRUM-Warenhaus“
  • 1968
    Eröffnung des Verwaltungsgebäudes zum Warenhaus auf dem Nachbargrundstück Brückenstraße 13
  • 1973
    Umbau der Erdgeschosszugänge > Entfall der bauzeitlichen Drehtüren
  • 1976
    Stilllegung der Fahrtreppen aus dem Jahr 1930
  • 1980
    Denkmalschutz für das Gebäude
  • 1983 - 90
    umfassende Sanierungsarbeiten an der alten Schule, an der gesamten Niederspannungsanlage; Erneuerung Dach, Natursteinfassade (10 % der Platten), Einbau getönter Fenster, Erneuerung Terrassenbeläge, Veränderung der Gesimsverblechungen und Rinnen
  • 1984
    Bau einer neuen befestigten Zufahrtsstraße über den Posthof und Bau einer neuen Grundstücksmauer aus Betonfertigteilen als Ersatz für Bretterzaun
  • 1986/87
    Errichtung des Rolltreppenanbaus bei gleichzeitiger Schließung der Öffnungen der alten Fahrtreppen
  • 1988 - 91
    Sanierungsarbeiten im Hofbereich einschließlich Errichtung einer überdachten Anlieferungsrampe
  • 1991
    Kauf und Übernahme des Warenhauses durch die KAUFHAUS AG
  • 1994
    Aufnahme des Objektes in das Denkmalschutzverzeichnis des Freistaates Sachsen
  • 2001
    Übernahme des Gebäudes durch die Grundstücks- und Gebäudewirtschafts-Gesellschaft m.b.H. (GGG), Chemnitz bzw. deren Tochtergesellschaft: Projektierungs- und Verwaltungsgesellschaft SCHOCKEN Chemnitz mbH (PVG) am 31.12.2001
  • 2002
    Bestandsanalyse, Machbarkeitsstudie
  • 2004
    Abbruch von rückwärtigen Nebengebäuden in Folge von Sturmschäden
  • 2006
    Kabinettsbeschluss zur Nutzung des Gebäudes als „Haus der Archäologie“ im März 2006
  • 2008
    Europaweite Ausschreibung der Planungsleistungen; Zuschlag für den Umbau erhalten das Stuttgarter Architektenbüro Auer + Weber + Assoziierte und das Dresdner Büro Knerer + Lang im November 2008
  • 2008
    Unterzeichnung des Eckpunktepapiers als Vorstufe zum Mietvertrag am 22.12.2008 zwischen Freistaat und PVG > ca. 2/3 der Mietfläche von EG bis in Teile des 5. OG sollen durch das Archäologiemuseum genutzt werden
  • 2009
    Planungsbeginn – Januar 2009
  • 2009
    Unterzeichnung Mietvertrag „Haus der Archäologie“ im SCHOCKEN am 15.07.2009
 
   


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