DAStietz - Eingang Reitbahnstraße, Vorplatz
DAStietz - Innenhof mit Steinernem Wald

Vom Warenhaus zum Kulturkaufhaus

DAStietz - ein Standort mit Geschichte

1912/13 vom Architekten Prof. Wilhelm Kreis für die Warenhauskette des jüdischen Familienunternehmens Tietz entworfen und gebaut, war das Chemnitzer Kaufhaus mit seiner Stahlbetonskelettkonstruktion und der dekorierten Natursteinfassade charakteristisch für die modernen deutschen Warenhäuser der Jahrhundertwende. Im Gegensatz zu den Mitte des 19. Jahrhunderts in Frankreich entstandenen, modernen Kaufhäusern (z. B. Grand Magasin de Louvre, Paris 1855), mussten in Deutschland die imposanten und sichtbar belassenen Eisenträgerkonstruktionen aus baupolizeilichen Gründen verkleidet werden. Grenzüberschreitend waren jedoch die Anforderungen an ein großes Warenhaus, die bis heute noch ihre Gültigkeit besitzen. Hierzu gehören die übersichtliche Gestaltung der Verkaufsbereiche und deren leichte Veränderbarkeit (z. B. Verkaufsstände, Auslagen usw.) ebenso, wie die Gewährleistung eines reibungslosen Kunden- und Warenverkehrs. Standards waren damals wie heute eine gute Be- und Entlüftung sowie der Einbau von Fahrstühlen und Rolltreppen. Zu seinen besten Zeiten waren im Chemnitzer Kaufhaus Tietz 1.200 Angestellte und Arbeiter beschäftigt.
1926/27 wurde das Kaufhaus Tietz an der Wiesenstraße um einen sachlichen Anbau ergänzt. Im November 1938 folgte im Rahmen der nationalsozialistischen Enteignungswelle die Schließung des Kaufhauses. In den Folgejahren diente es vorwiegend diversen Handels- und Lagerzwecken. Am 5. März 1945 wurde das Warenhaus bei einem alliierten Bombenangriff getroffen und brannte aus. Die unversehrt gebliebenen Bereiche wurden nach Kriegsende als KONSUM-Kaufhaus genutzt. Erst 1957 entschieden sich der damalige Rat des Bezirkes und der Rat der Stadt Karl-Marx-Stadt für eine Rekonstruktion, die 1963 unter Leitung der Bauingenieure Günter Lowitz und Werner Wendisch (u. a. auch Rekonstruktion der Villa Esche) fertiggestellt wurde. Das damalige HO-Warenhaus CENTRUM, das seit 1984 auch unter Denkmalschutz steht, wurde 1991 von der Kaufhof AG erworben und ist in seiner äußeren Form bis heute weitgehend erhalten geblieben.
Im Rahmen der Verhandlungen mit der Kaufhof AG und dem geplanten City-Standort für das vom New Yorker Stararchitekten Helmut Jahn entworfene „gläserne Kaufhaus“ wurde „das Tietz“ von einer gleichnamigen Projektierungsgesellschaft – einer Unternehmenstochter der GGG – erworben. Anfang 2003 begann die rund 30 Millionen Euro teure Sanierung des Hauses, in deren Zuge unter anderem zwei alte Lichthöhe wieder geöffnet wurden.

Das Kulturkaufhaus wurde unter seinem neuen Logo "DAStietz" am 23. Oktober 2004 nach etwas mehr als anderthalb Jahren Bauzeit vom Chemnitzer Oberbürgermeister Dr. Peter Seifert feierlich eröffnet. Unter einem Dach vereint finden sich Stadtbibliothek, Naturkundemuseum, Neue Sächsischer Galerie und Volkshochschule sowie eine Ladenpassage im Erdgeschoß. Dieser Mix bildet inzwischen deutschlandweit ein beachtetes neues Profil. So zählte das Haus allein im Jahr 2006 über 700.000 Besucher.

DAStietz ist werktags von 6 bis 22 Uhr und sonntags von 10 bis 20 Uhr geöffnet.
Näheres zu den Angeboten, Veranstaltungen und den Öffnungszeiten der jeweiligen Kulturadressen finden Sie unter
www.dastietz.de 

 

 

 
   


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