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KBC - Die Schulmacher der GGG

Die KommunalBau Chemnitz GmbH (KBC) ist eine Tochtergesellschaft innerhalb des GGG-Konzerns.

Wir bauen für die Stadt Chemnitz

Neubau einer Oberschule am Schulstandort Vettersstraße mit Zweifeldsporthalle nach Rückbau des Bestandsgebäudes

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Im Ergebnis des Teilschulnetzplanes Oberschulen (B-063/2015), der die langfristige Entwicklung bis zum Schuljahr 2024/25 darstellt, wurde auf Grundlage des prognostizierten Schüleraufkommens ein Kapazitätsfehlbedarf im Oberschulbereich von mindestens sechs Zügen ermittelt.

Aufbauend auf dem o. g. Teilschulnetzplan Oberschulen hat der Stadtrat der Stadt Chemnitz am 13. April 2016 den Beschluss zur Standortuntersuchung Oberschulkapazität in Chemnitz (B-073/2016) gefasst. Zur Deckung der fehlenden Kapazität wurde u. a. beschlossen, den Standort Vettersstraße 34 als Vorzugsstandort in die weiteren Planungen prioritär einzubeziehen, wenn in der zukünftigen Entwicklung der Stadt Chemnitz festgestellt wird, dass weitere Bedarfe für Schulneubauten entstehen (B-073/2016, Nr. 2).

In der aktuellen Schulnetzplanung der Stadt Chemnitz für die allgemeinbildenden Schulen und Schulen des zweiten Bildungsweges (B-269/2018) wurde daraufhin die Entflechtung des Doppelstandortes Annenschulen -Grund- und Oberschule- und die damit verbundene Standortverlagerung der Annenschule -Oberschule- an die Vettersstraße 34 beschlossen. Moderne und großzügige Raumbedingungen sowie eine Kapazitätserweiterung um einen Zug auf insgesamt drei Züge sollen den Bedarf der Annenschule -Oberschule- ab dem Schuljahr 2023/2024 am neuen Standort kompensieren. In diesem Zusammenhang wird auch die Umsetzung des besonderen, pädagogischen (musischen) Konzepts, das insbesondere einen signifikanten Beitrag zur Inklusion und Integration leisten wird, ermöglicht. Mit Bescheid vom 15. November 2019 wurde der Teilschulnetzplan Oberschulen durch das Sächsische Staatsministerium für Kultur genehmigt.

Auf dem Grundstück befindet sich ein ehemaliges Schulgebäude mit Verbindungsgang zu einer ehemaligen Schulsporthalle. Deshalb war vorab zu untersuchen, ob eine Sanierung des Bestandes und die Ergänzung durch Neubauten sowohl wirtschaftlich als auch aus Sicht der Nutzung und der Nachhaltigkeit oder ein kompletter Neubau zu bevorzugen ist. Im Ergebnis der Untersuchung wurde festgestellt, dass sich bei einer Teilverwendung des Bestandes der letztendlich verwendbare, nur sehr geringe Anteil des Altbaus von ca. 22 % zur Umsetzung des Gesamtraumprogrammes mit Investitionsaufwendungen für Sanierung und Teilabbrüchen in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zu einem alternativ kompakten Neubau steht und neben den notwendigen Kompromissen auch Einschränkungen für die Schule in der späteren Nutzung, beim Raumprogramm, dem Schallschutz, der Barrierefreiheit, den Raumhöhen und der Funktionsanbindung der Sporthalle dauerhaft entstehen würden. Aus diesem Grund wurde mit Beschluss B-204/2019 dem Abbruch des Bestandes und der Errichtung eines kompakten Neubaus der Vorrang gegeben und die dazugehörige Finanzierung/Gesamtinvestition bestätigt.

Zur Absicherung des Sportunterrichtes wird eine 2-Feld-Halle auf dem Schulgelände errichtet. Die Sporthalle wird als Wettkampfsporthalle geplant, sodass hier auch kleinere regionale und unterklassige Wettkämpfe durchgeführt werden können. Im Rahmen der Schulbaumaßnahme werden zudem Pausen- sowie Sportfreiflächen geschaffen.

Bauliche Einordnung des Gebäudes

Der vorhandene Schulstandort befindet sich in Chemnitz im Stadtteil Bernsdorf unmittelbar an der Kreuzung der normal frequentierten Wohnstraßen Vettersstraße und der Gutenbergstraße. Das Hanggrundstück wird von Wohnbebauung gesäumt. Von den drei vorhandenen Baukörpern des Schulkomplexes aus den sechziger Jahren werden das ehemalige Schulgebäude und die Sporthalle komplett abgebrochen. Das ehemalige Mensagebäude (zurzeit Nutzung durch den Subbotnik e. V.) und die ehemalige Außensportanlage werden für die zukünftige Schule nicht benötigt. Der vorhandene Baumbestand wird grundstückssäumend und straßenbegleitend erhalten. Darüber hinaus sind Neupflanzungen von Bäumen vorgesehen.

Geplant ist ein rechteckiger kompakter viergeschossiger Baukörper mit Innenhof für schulische und integrierte sportliche Nutzung. Das Gebäude schirmt zum nordöstlichen Straßenraum ab und öffnet sich vom Innenhof über ein Theatrium (Sitzstufen) zu den südwestlichen Freibereichen.

Erschließung auf dem Grundstück

Die barrierefreie Erschließung erfolgt direkt über einen Vorplatz von der Vettersstraße in Höhe der Gutenbergstraße. Am zurückgesetzten gläsernen Eingangsbereich befinden sich getrennte Eingänge für den Schulbetrieb und den außerschulischen Vereinssport. Der Haupteingang führt im Erdgeschoss in ein Forum mit Treppenhalle, von dort aus gelangt man über den niveaugleichen offenen Innenhof über rollstuhlgerechte Rampen und Treppenanlagen zu den höher gelegenen Freianlagen und Außensportflächen.

Zwischen den Eingangsbereichen befindet sich der zentrale Versammlungsbereich Mensa-Aula. Mit Transparenz gewähren die Verglasungen des Versammlungsraumes Einblicke bzw. Durchblicke vom Straßenraum über den Innenhof bis in die Freianlagen.

Die Sporthalle, zentral erreichbar im 1. Obergeschoss gelegen, ist durch einen gesonderten Zugang bzw. vom Schulhaus durch die Treppenanlagen und über den Aufzug erschlossen, der unabhängig vom Schulbetrieb auch von Sportvereinen genutzt werden kann. Am Vereinssportzugang ist der Aufzug direkt angebunden. Dadurch werden alle Ebenen der Schule und Sporthalle gleichermaßen barrierefrei erschlossen.

Die barrierefreien Parkplätze und Fahrradabstellanlagen sind über die Vettersstraße befahrbar. Gleichermaßen erfolgt hier die Zufahrt für Last- und Müllfahrzeuge sowie die Feuerwehr.

Fassadengestaltung und Materialität

Die Fassaden der geplanten Oberschule ordnen sich in Struktur und Materialität in die städtebauliche Umgebung ein.

Nach Rücksprache mit dem Stadtplanungsamt der Stadt Chemnitz bestehen keine gestalte-rischen Zwänge aus der Umgebung. Die neuen Fassaden können eigenständig und zeitgemäß bezogen auf die Hangsituation entwickelt werden.

Das Erdgeschoss ist in der zurückgesetzten Eingangszone und zum Innenhof transparent verglast. Die Verwaltungsräume im Erdgeschoss haben Einzelfenster. Alle geschlossenen Wandflächen werden mit farbigen Klinkerriemchen verkleidet. Damit ist das ebenerdige Geschoss robust und langlebig gestaltet und reagiert auf die Herausforderungen dieses besonderen Standortes (Hanglage, Verkehrsaufkommen, Vandalismus…).

Die Obergeschosse sind an den Außenseiten und Innenhofflächen einheitlich mit nachjustierbaren und wartungsfreien, langlebigen Metallvorhangfassaden geplant. Die nahezu identischen horizontalen Fensterbänder zwischen den Metallflächen ermöglichen eine Fassadenstruktur mit einer „leichten“ und gegliederten Anmutung. Die Aluminiumverbundtafeln sind „Champange“ eloxierte Flächen, welche aus unterschiedlichen Blickwinkeln differenziert reflektieren. Dadurch entsteht in Verbindung mit dem rhythmischen Breitenspiel der Fensteröffnungen eine bandartige Gliederung der Fassaden.

Äußere und innere Erschließung, Funktionsabläufe

Die Schüler erreichen das Gebäude über die beiden straßenseitigen Zugänge im Erdgeschoss. Der Haupteingang führt in das offen gestaltete Treppenforum mit Clustern über alle oberen Etagen. Das Forum dient auch als direkte Verbindung zum Innenhof. Vom zum Schulgelände offenen Innenhof gelangt man über die Treppenanlage mit Sitztribüne oder barrierefreie Rampenanlagen zu den Freianlagen und den Sportflächen.

Zwischen den beiden Eingangsbereichen und unmittelbar am Hallenforum wird der Mensa-Aula-Bereich im Erdgeschoss zum zentralen Knotenpunkt. Von der Mensa aus bietet sich ein direkter Einblick bzw. Ausblick in den begrünten Innenhof mit dem vorgelagerten Freisitzbereich am Schulhof.
Die Vertikalverteilung auf drei Obergeschosse übernehmen zwei weitere Treppenhäuser und ein zentraler Aufzug. Wie ein „Boulevard“ erstrecken sich helle Erschließungsbereiche auf allen Ebenen dreiseitig um den Innenhof und binden die Unterrichts- und Fachbereiche an. Das gesamte Gebäudeensemble ist entsprechend der Aufgabenstellung als kompakte Anlage mit direkten Wegebeziehungen in den drei Obergeschossen jahrgangsweise zoniert. Am Hallenforum verbindet eine einläufige Treppenanlage vertikal die zentralen Clusterbereiche, die sich zum ruhigen Innenhof orientieren. Alle allgemeinen Unterrichtsräume und Gruppenräume gruppieren sich um die zum Innenhof orientierte Clusterzone. An den Innenhoffassaden sind Sitzbänke und Sitzgruppen als Lernzonen integriert. Die etagenweise unterschiedlichen Freiarbeitsbereiche sind Selbstlernzonen. Sie ermöglichen am Innenhof umlaufend eine gute Orientierung mit Sichtbeziehungen. Helle, gut belichtete Lernzonen mit integrierten Sitznischen schaffen Aufenthalts- und Rückzugsorte für alle Schüler, die sich zum Treppenforum aufweiten.

Im Erdgeschoss unmittelbar neben der Mensa schließen der Hauptflur mit den angegliederten barrierefreien Umkleide- und Sanitärbereichen für Schüler und Sportler und der Schulclub als Ganztagesbereich an. Über den Hauptflur gelangen Schüler und Sportler in die beiden Treppenhäuser und zum Aufzug, um die Sporthalle im 1. Obergeschoss und die 199 Zuschauerplätze mit integrierten Stellplätzen für Rollstuhlfahrer im 2. Obergeschoss zu erreichen.

Umkleidebereiche und Sanitärräume gliedern sich im Erdgeschoss für Jungen und Mädchen getrennt. Daran anschließend erreicht man über zwei Nebenflure die Funktionsräume für Hausmeister, Küchenpersonal und Reinigungspersonal sowie Gebäudetechnik. Auf eine Unterkellerung wurde auf Grund des Bemessungswasserstandes verzichtet.

Der Schulclub orientiert und öffnet sich zum begrünten Innenhof. Im Rahmen seiner ganztägigen Nutzung stehen den Schülern Aufenthalts- und Verweilzonen im Innenraum und vorgelagerte Freibereiche mit Bänken wahlweise zur Verfügung.

Im östlichen Teil des Erdgeschosses liegen direkt am Treppenforum gut konzentriert die Verwaltungsräume und Lehrerbereiche, welche durch Teamstationen in den drei Obergeschossen ergänzt werden. Die Stationen befinden sich unmittelbar am Haupttreppenhaus am Durchgangsflur zum Treppenforum. Diese Flurzone trennt die vergleichsweise wenig frequentierten Fachräume von den Klassenräumen.

Raumprogramm und Funktionsabläufe

Direkt an den beiden Haupttreppenhäusern gliedern sich auf jedem Geschoss die Sanitärbereiche für Schüler- und Lehrer an. Jeweils zwei Klassenräume liegen symmetrisch an einem Gruppenraum. Etagenweise gruppieren sich sechs Klassenräume mit drei dazugehörigen Gruppenräumen am zentralen Hallenforum mit Clusterzone. Die Fachunterrichtsräume liegen jeweils an den Übergängen vom Forum zu den Treppenhäusern. Selbstlernzonen auf den Geschossen verteilen sich entlang der verglasten Außenwände zum Innenhof. Während sich im Südwestflügel in den Obergeschossen die Fachunterrichtsräume für den Kunst-, Technik- und Musikunterricht über drei Etagen konzentrieren, liegen Fachunterrichtsräume für Werken, Informatik und Hauswirtschaft im nordöstlichen Gebäudeteil. Die weniger frequentierten Fachbereiche für Biologie, Physik, Chemie und der multifunktionale Fachraum orientieren sich zum Innenhof. Die Klassen-, Gruppen- und Fachräume sind geschossweise auf die Jahrgänge abgestimmt und ermöglichen den Schülern kurze direkte Wegebeziehungen.

Barrierefreiheit und baurechtliche Belange

Eine barrierefreie Erschließung der Schule und Sporthalle sowie die Einhaltung geltender baurechtlicher Bestimmungen, insbesondere hinsichtlich des vorbeugenden Brandschutzes, der Abstandsflächen usw., sind im vorliegenden Entwurf umgesetzt. Innerhalb des Gebäudes ermöglicht ein Personenaufzug die rollstuhlgerechte Vertikalerschließung aller Ebenen. Sämtliche Eingänge sind nahezu schwellenlos und barrierefrei erreichbar. Vom Behindertenstellplatz gelangt man barrierefrei zu den beiden straßenseitigen Gebäudeeingängen für den Schulbetrieb und den Vereinssport.

Wirtschaftlichkeit der Programmfläche

Alle Räume wurden entsprechend dem Raumprogramm annähernd in der geforderten Größe eingeordnet. Die Vergleichswerte der Flächenverhältnisse sind aufgrund der sehr kompakten Grundrissgestaltung und den Synergieeffekten in der Erschließung der Schul- und Sportbereiche und dadurch geringerer Verkehrsflächenanteile wirtschaftlich.

Gestaltung und Materialität im Gebäudeinneren

Wesentlich für den Lernerfolg ist eine harmonisch gestaltete Umgebung, die unterschiedliche Unterrichtsformen zulässt und die Bedürfnisse der Nutzer berücksichtigt. Ein wichtiger Aspekt bei der Gestaltung der Räume ist die Wahl des Oberflächenmaterials mit seinen Eigenschaften hinsichtlich der Raumatmosphäre.

Der Einsatz von bspw. warmfarbigen Holzoberflächen steht dezent farbig gehaltenen Flächen gegenüber und fördert nach farbpsychologischen Gesichtspunkten das Gefühl der Behaglichkeit und der Verbundenheit mit dem Ort.

Mündlicher Unterricht gelingt nur, wenn Kinder aufmerksam zuhören können. Für eine gute Sprachverständlichkeit ist es vor allem erforderlich, dass das Klassenzimmer zielgerichtet auf diese Anforderungen hin entwickelt wird. Durch den Einbau von Akustikabsorbern in Kombination mit einem trittschalverbessernden Boden aus hellem Linoleum wird dem entsprochen.

Bei der Wahl der Materialien und Baustoffe wird auf Langlebigkeit, abgestimmte Nutzungsdauern entsprechend der Nutzungszyklen und geringe Verschleißerscheinungen Wert gelegt. Neben der Wahl der Primärkonstruktion ohne Ersatzzyklus innerhalb der 50 Jahre Lebenszyklusanalyse ist es auch für die Sekundärkonstruktion und die sichtbaren Oberflächen Ziel, unter Abwägung der Einsatzbereiche, möglichst langlebige Materialien auszuwählen. Dabei wird vor allem auch Flexibilität als Kriterium für die Auslegung von Nutzungsdauern berücksichtigt. Während die Primärkonstruktion und die Erschließungszonen mit der höchstmöglichen Dauerhaftigkeit (Betonoberflächen in Kombination mit HPL-Oberflächen bspw. mit Holzdekor) geplant werden, ist für die flexiblen Klassenraumzonen die Umbaumöglichkeit für eine nachhaltige Nutzung maßgebender. Die Klassenräume bspw. werden weitestgehend mit nichttragenden, recycelbaren Trockenbauwänden unterteilt. Der Bodenbelag wird ebenfalls mittels recyclebarem Linoleum in den Unterrichtsräumen ausgeführt. Dieser ist robust und widerstandsfähig. In einigen Bereichen, bei denen eine hohe Rutschfestigkeit des Bodenbelags erforderlich ist (z.B. Werkräume), kommt ein ebenfalls recyclebarer Kautschuk-Belag mit antistatischer Eigenschaft zum Einsatz.

Die Erschließungszonen als Teil der Lern- und Pausenbereiche in den Obergeschossen erhalten ebenfalls hellen Linoleumbelag, auch im Sinne des wirtschaftlichen Bauens. Die Oberfläche wird mit schadstofffreier Wasserglasversiegelung zusätzlich beschichtet und ist dadurch robust und reinigungsfreundlich. Die Bodenflächen im Treppenforum im EG werden mit strapazierfähigen Steinzeugfliesen auf Fußbodenheizung belegt.

Die Sporthalle mit den dazugehörigen Umkleide- und Nebenräumen übernimmt das Gestaltungsprinzip des Schulgebäudes. Es werden die Farbakzente des Schulgebäudes wieder aufgegriffen. Ebenso wird der Bodenbelag des Sportbodens farbig entsprechend dem Farbkonzept des Schulgebäudes nach Bemusterung ausgebildet. Die Zweifeldsporthalle wird mittels Trennvorhang geteilt, dieser ist mittig der Halle an Stahlquerprofilen befestigt.

Die Sportgeräteräume wurden ausstattungstechnisch beplant. Eine alternative Aufteilung der Sportgeräteräume und des Stuhl- bzw. Mattenlagers kann optional durch den Nutzer vorgenommen werden.

Konzept zur Umsetzung der Brandschutzanforderung

Das Gebäude soll massiv und nachhaltig/langlebig aus Stahl- und Spannbeton errichtet werden. An den Bereichen der beiden notwendigen Treppenhäuser teilt sich das Gebäude über alle Geschosse nach Osten in den Schulbereich und nach Westen in den Bereich der Sporthalle. Die Ausbildung einer Brandwand ist nicht notwendig.

Etagenweise gruppieren sich in den drei Obergeschossen vier Nutzungseinheiten um das Treppenforum mit Cluster als offener Lernbereich mit Sichtbeziehung in den Innenhof.

Durch die Ausbildung von Nutzungseinheiten ist es möglich, dass offene Innenraumkonzept der Erschließungsflächen als Lern- und Pausenbereiche umzusetzen. Der umfangreiche Verzicht auf die Ausbildung notwendiger Flure gestattet eine uneingeschränkte Nutzung dieser natürlich gut belichteten Erschließungsbereiche dreiseitig um den Innenhof. Der Aufwand für die Installation einer Lüftungsanlage lässt sich im Sinne des wirtschaftlichen Bauens wesentlich reduzieren. Die Lernbereiche bzw. Teilnutzungseinheiten werden brandschutztechnisch durch überwiegend leichte und nur statisch notwendige massive Trennwände unterteilt.

Im Erdgeschoss öffnet sich der Mensabereich als Veranstaltungsort an beiden Längsseiten gläsern zur Straße und zum Innenhof. Für diese Nutzungseinheit als Ort für schulinterne Veranstaltungen gilt die Versammlungsstättenverordnung.

Feuerlöscher sind im gesamten Gebäude für den Brandfall vorzusehen. Diese werden in Nischen in den Wänden der Erschließungszone der jeweiligen Nutzungseinheiten integriert und mit entsprechender Kennzeichnung versehen.

Beschreibung baukonstruktive Lösung

Die Primärkonstruktion des Gebäudes besteht aus einer optimierten Stahl- und Spannbetonbauweise. Die tragenden Ortbetonwände begrenzen sich dabei hauptsächlich auf die Flurwände in den jeweiligen Nutzungseinheiten sowie die Außenwände des Gebäudes.

Die Fassade wird hauptsächlich als horizontale Bandfassade geplant. Die Außenwände werden, wie oben beschrieben, massiv aus Stahlbeton ausgeführt und erhalten in den Obergeschossen eine vorgehängte hinterlüftete wartungsfreie und langlebige Metallfassade aus Aluminiumwerkstoffplatten bzw. im Erdgeschoss eine gedämmte Klinkerriemchenbekleidung. Die Fensteröffnungen sind bandartig angeordnet, auf Grund von tragenden Brüstungen kann die vertikale Lastabtragung teilweise ohne zusätzliche Stützen erfolgen.

In wenigen Bereichen, an denen sich die Erschließungszonen zu größeren Aufenthaltsorten wie Mensa und Treppenhalle aufweiten, werden Betonstützen als Fertigteilstützen eingesetzt, um diesen Bereichen einen offenen Charakter und eine gute Orientierung zu verleihen und Blickbeziehungen sowohl nach innen, in das Schulgebäude, als auch nach außen, in den Straßenraum oder den Schulhof, zu ermöglichen.

Durch die massiven Flurwände im Schulgebäude werden die Spannweiten der Decken gering gehalten und damit einhergehend die Deckenstärken optimiert. Durch diese Anordnung der Wände sind nur wenige Ortbetonwände als aussteifende Querwände notwendig. Zudem begrenzen diese die Haupttreppenhäuser an der Nahtstelle zur Sporthalle bzw. stellen die erforderlichen Abschnitte in Bauteil 1 (Ost) und Bauteil 2 (West) dar.

Dadurch können tlw. die Trennwände als Raumbegrenzung für Klassen- und Fachräume als Leichtbauwände ausgeführt werden. Die einzelnen Raumtrennwände übernehmen nur bedingt statische Funktionen. Es bestehen teilweise nur geringe Abhängigkeiten zwischen Konstruktion und Raumzuschnitt, so kann zukünftig auf eventuell unterschiedliche räumliche Anforderungen durch sich wandelnder pädagogischer Konzepte mit geringem baulichen Aufwand reagiert werden. Die baulichen Voraussetzungen für eine langfristige, nachhaltige Nutzung mit Drittverwendungsfähigkeit sind somit gegeben.

Die Sporthalle schließt als monolithischer Stahlbeton- Baukörper an der Westseite des Schulgebäudes an. Das Dach der Sporthalle wird im Bereich der Tribüne wegen Brandüberschlags zum Schulgebäude mit massiven Spannbetonhohldielen und über der Spielfeldfläche mit einem Trapezblech oder Spannbetondielen mit einer extensiven Dachbegrünung geplant.

Erläuterung Schallschutz

In Bezug auf die Planunterlagen wurden die Parameter der trennenden Bauteile zwischen unterschiedlichen Bereichen für den Luft- und Trittschallschutz rechnerisch ermittelt.
Die geplanten 16 cm bis 30 cm starken Massivdecken aus Spannbeton/Spannbetonhohldielen oder Stahlbeton in Kombination mit den ca. 15 cm starken Fußbodenaufbauten erfüllen die Anforderungen der DIN zwischen den unterschiedlichen Nutzungen (Schule/Verwaltung bzw. laut z. B. Fachraum/leise z.B. allgemeiner Unterricht). Geräteaufstellungen erfolgen schallentkoppelt.
Die Dreischeibenverglasungen erfüllen die Anforderungen gegen Außenlärm im Lärmpegelbereich II am Standort.

Die Anforderungen an Raumtrennwände werden mit den geplanten 25 cm starken Massivwänden aus Mauerwerk oder Stahlbeton bzw. 15 - 20 cm starken Trockenbauwänden erfüllt.

Erläuterung Bauphysik

Für den geplanten kompakten Neubau erfüllen die wärmeübertragenden Bauteile der beheizten Gebäudehülle die wärmeschutztechnischen und bauphysikalischen Anforderungen des EEWärmG sowie die darüber hinausgehenden Anforderungen (nahezu Passivhausstandard) der Stadt Chemnitz. Der sommerliche Wärmeschutz ist für Aufenthaltsräume erforderlich und für alle Unterrichts- und Verwaltungsräume geplant. In Teilbereichen der Innenhoffassade, an der Verglasung Treppenraum Süd und für die Verglasung im Bereich Aula ist der Einsatz von Sonnenschutzglas vorgesehen.
Eine Photovoltaik-Anlage ist auf dem Dach der Schule-Bauteil 1 geplant.
Der Dachbelag auf dem Sporthallenbauteil wird als extensiver Gründachaufbau hergestellt

Die Stadt Chemnitz ist als Schulträger der allgemeinbildenden Schulen und der Schulen des zweiten Bildungsweges gemäß § 23 (2) SächsSchulG dazu verpflichtet, Schulen zu errichten, sofern ein öffentliches Bedürfnis besteht.

Die Maßnahme „Neubau einer Oberschule am Schulstandort Vettersstraße mit Zweifeldsporthalle“ zur Entwicklung des Schulstandortes „Dreizügige Oberschule Vettersstraße 34“ ist eine Maßnahme im Rahmen der Teilschulnetzplanung der Stadt Chemnitz (B-063/2015). Geplant ist eine dreizügige Oberschule für insgesamt 500 Schüler zzgl. Personal.

Um den Gesamtbedarf zu kompensieren, ist mit Schuljahresbeginn 2023/2024 die Wiederinbetriebnahme des ehemaligen Schulstandortes Vettersstraße 34 als eine dreizügige Oberschule geplant. Zur Absicherung des lehrplanmäßigen Sportunterrichtes wird eine Zweifeldsporthalle erforderlich.

Zeitplan

Baubeginn: 07/2020           
Bauende: 07/2023
Nutzungsaufnahme: 08/2023

Finanzierung

Gesamtbudget: 33,5 Mio.
Fördermittel: 9.0 Mio.
Stadt-Eigenanteil: 24.5 Mio.

Diese Maßnahme wird gefördert durch die Bundesregierung aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Diese Baumaßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.

Bauherr

Stadt Chemnitz
Markt 1 • 09111 Chemnitz

Bauherrenvertreter

KommunalBau Chemnitz GmbH (KBC)
Clausstraße 10/12 • 09126 Chemnitz • info@kb-chemnitz.de

Projektsteuerung

Petschow + Thiel Projektmanagement GmbH
Bahnhofstraße 6 • 09111 Chemnitz

Architektur

RBZ Generalplanungsgesellschaft mbH  
AB Raum und Bau GmbH + AGZ Zimmermann GmbH
Jahnstraße 5 A • 01067 Dresden

Tragwerksplanung

Leonhardt, Andrä und Partner, Beratende Ingenieure VBI AG  
Am Schießhaus 1 – 3 • 01067 Dresden

Elektro- und Aufzugsplanung

Ingenieurbüro für Elektrotechnik Jürgen Heilmann  
Leipziger Straße 207 a • 09114 Chemnitz

Heizung-, Lüftung-, GLT-, Sanitärplanung

FWU Ingenieurbüro GmbH
Tornaer Straße 54 • 01239 Dresden

Planung Medienerschließung und Freianlagen

iproplan Planungsgesellschaft mbH
Bernhardstraße 68 • 09126 Chemnitz

Wir bauen für die Stadt Chemnitz

Komplettsanierung des Grundschulstandortes an der Weststraße einschließlich Erweiterungsneubau und Neubau einer Einfeldsporthalle

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Im Ergebnis der im Jahr 2018 beschlossenen und mit Bescheid des Sächsischen Staats-ministeriums für Kultus vom 15. November 2019 genehmigten Schulnetzplanung (B-269/2018) wird im Schulbezirk II (Emanuel-Flemming-Grundschule, Grundschule Altendorf, Pablo-Neruda-Grundschule, Gebrüder-Grimm-Grundschule, Obere Luisenschule-Grundschule) ab dem Schuljahr 2022/2023 jährlich ein Mehrbedarf von bis zu zwei Klassen der Klassenstufe 1 erwartet. Um den Gesamtbedarf im Schulbezirk II zu kompensieren, ist mit Schuljahresbeginn 2022/2023 die Wiederinbetriebnahme des ehemaligen Schulstandortes Weststraße 19 als eine zweizügige Grundschule mit Hort geplant. Zur Absicherung des lehrplanmäßigen Sportunterrichtes werden eine Einfeldsporthalle sowie Sport- und Pausenfreiflächen erforderlich.

Für den Standort Weststraße 19 wurde sich entschieden, weil sich das Grundstück einschließlich der Gebäude bereits im städtischen Eigentum befindet. Die vorhandene Immobilie ist derzeit ungenutzt und bedarf einer Komplettsanierung in allen Bereichen, um eine Wiederinbetriebnahme zu gewährleisten. Darüber hinaus reicht die aktuelle Raumkapazität nicht für den Betrieb einer zweizügigen Grundschule inklusive des erforderlichen Hortangebotes aus. Aus diesem Grund ist die Vergrößerung durch einen Erweiterungsneubau vorgesehen. Die notwendige Bereitstellung der Einfeldsporthalle erfolgt ebenfalls durch einen Neubau. Die Einordnung der ursprünglich vorgesehenen Zweifeldsporthalle (Schul- und Vereinssport) war aufgrund der örtlichen Platzverhältnisse nicht möglich. Um die Anforderungen an die Außenanlagen erfüllen zu können, erwirbt die Stadt Chemnitz im Vorfeld die angrenzenden Flurstücke 1851/6 und 1851/4.

Sowohl das vorhandene Schulgebäude als auch ein Großteil des Außengeländes mit dem vorhandenen Baumbestand stehen unter Denkmalschutz, sodass die Schaffung einer modernen Schule eine besondere Herausforderung an die Umsetzung der Anforderungsbilder stellt.

Die Immobilie des geplanten Schulstandortes befindet sich im Chemnitzer Stadtteil Kaßberg. Das vorhandene Ensemble aus der ehemaligen Berufsschule und den Vorgärten steht unter Denkmalschutz. Prägend für die städtebauliche Situation an der Kreuzung Weststraße/Reichsstraße ist das leer stehende Bestandsgebäude aus den 1950er Jahren. Es bildet mit dem ebenfalls unter Denkmalschutz stehenden Vorbereich eine Einheit.

Um den Anforderungen des Denkmalschutzes gerecht zu werden und gleichzeitig wirtschaftlich zu handeln, wird in den Bestand nur geringfügig eingegriffen. Damit wird beabsichtigt, die Decken und auch die Dachkonstruktion zu erhalten.

Wegen der eingeschränkten räumlichen Vorgaben des Bestandes gewährleistet ein Erweiterungsneubau, der zusätzliche Klassenräume, die Erschließung sowie eine Mensa aufnehmen kann, die Erfüllung der Anforderungen an ein zeitgemäßes Schulgebäude.

Das Bestandsgebäude ist hofseitig im Tiefkeller des Nordwest-Flügels mit einer erdverlegten Trasse (DN65) an die Fernwärmeversorgung angebunden. Die derzeit vorhandene indirekte Fernwärme-Übergabestation ist Eigentum des städtischen Fernwärmeversorgungs-unternehmens inetz und ist nur für eine Frostschutzsicherung für die Gebäudeinstallationen des leerstehenden Gebäudes geeignet.
Der Erweiterungsbau wird in die angrenzend geschützte Baumgruppe integriert, grenzt unmittelbar an das denkmalgeschützte Bestandsgebäude und in Teilbereichen an die ebenso denkmal-geschützten Freiflächen entlang der Reichsstraße.

Die neue Einfeldsporthalle wird im rückwärtigen Bereich des Grundstückes platziert. Wegen der sehr beengten Platzverhältnisse wird die Einfeldsporthalle mit den Nebenräumen zur Hälfte in den Bau-grund eingelassen. Die Nebenräume sind komplett unterirdisch. Der eigentliche Bereich der Sporthalle ragt jedoch oberirdisch heraus. Durch seitliche Fenster kann die Einfeldsporthalle somit aus-reichend belichtet und belüftet werden. Die Umkleiden sowie die Sanitär- bzw. Duschräume werden im Untergeschoss des Erweiterungsneubaus untergebracht und sind barrierefrei an die Halle angebunden. Ein weiterer Zugang erfolgt oberirdisch durch einen Eingangsvorbau.

Die Einfeldsporthalle wird vorrangig für den Schulsport der Grundschule genutzt. Eine Fremdnutzung durch Vereine ist theoretisch vorstellbar.

Gestaltung und Material Bestandsgebäude  

Die Außenwände des Bestandsgebäudes bleiben in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten. Es werden lediglich Ausbesserungen bzw. Ergänzungen an den Fassaden vorgenommen. Die Fassaden erhalten einen neuen Anstrich. Die straßenseitig vorhandenen Reliefs werden gemäß den Vorgaben des Denkmalschutzes rekonstruiert. In Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde werden sämtliche Gitter im Souterrain entfernt sowie teilweise die Fenster vergrößert, um ausreichend Belichtung für die Horträume zu erhalten.

Im Ergebnis der Absprache mit der Denkmalschutzbehörde sind die Fenster im Bestandsgebäude entlang der Weststraße zu erhalten und zu restaurieren. Die übrigen Fenster werden als Schallschutzfenster ausgeführt, die optisch (Sprossenaufteilung) den Originalen entsprechen. Eine unauffällige Absturzsicherung aus Stahlprofilen kompensiert die erforderliche Brüstungshöhe in den Klassenräumen. Auf der Hofseite kommen Kunststofffenster zum Einsatz. Die Unterrichts- und Gruppenräume erhalten hier Sonnenschutzverglasung in Kombination mit innenliegender Verschattung gemäß den Erfordernissen des sommerlichen Wärmeschutzes als integrierte Lösung. Zusätzlich sind innenliegende Verdunklungsrollos vorgesehen.

Von Innen sind die verputzten Außenwände aus Wärme- und Feuchteschutzgründen mit Kalziumsilikatplatten zu belegen. Die Fensterbänke werden erneuert und die Wandnischen der Heizungen mit Porenbetonziegelwerk geschlossen.

Das Bestandsgebäude erhält aus denkmalschutzrechtlichen Gründen keine neue Außenwärme-dämmung. Es ist eine neue Innenwärmedämmung vorgesehen. Die Wandnischen für den Heizkörpereinbau bleiben aus denkmalschutzrechtlichen Gründen im Bestand. Alle anderen werden wandbündig ausgemauert und mit Innenwärmedämmung geschlossen.

Der vorgegebene Fußbodenaufbau im Bestand (Anschlusshöhen zu Fluren etc.) wird in den neu zu belegenden Bereichen durch Einbau von Trockenestrich mit Trittschalldämmung und einem Fußbodenbelag aus Linoleum erreicht.

Die WC-Räume erhalten einen rutschhemmenden Fliesenbelag. In den Treppenräumen und den Flurflächen bleibt gemäß der Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde der Bestandsboden erhalten.
Die Decken in den Klassenräumen und im Hort werden mit akustisch wirksamen Trockenbauunterhangdecken versehen.

Die Bestandsgeländer werden nach Absprache mit der Denkmalschutzbehörde im Bereich unterhalb der Handläufe auf das zulässige Geländermaß erhöht. Bei Bedarf wird ein zusätzlicher Gurt unterhalb des Handlaufs angeordnet.

Das vorhandene Dach bleibt im Bestand, wird als Warmdach ausgeführt und vollständig mit Schiefer (Vorgabe Denkmalschutz) eingedeckt.

Erweiterungsneubau

Die Außenwände, Geschossdecken, tragenden Innenwände und Stützen des Erweiterungsneubaus werden aus Stahlbeton gefertigt (Fertigteile oder Halbfertigteile).

Die darüber liegende Gebäudehülle besteht aus elementierten Faserzement-Platten mit Unter-konstruktion und Luftschicht. Sie erhält zusätzlich eine mineralische Außendämmung. Die Gliederung der Fassaden erfolgt durch Fensterbänder und Einzelfenster. Die Leibungen in der Faserzement-fassade sind Aluminiumfertigteile.

Analog dazu werden die Fenster als Holz-Alu-Konstruktionen eingebracht. Für die Wartung und ggf. zusätzliche Lüftung sind in allen Fensterflächen schmale Öffnungsflügel angeordnet. Die Verglasung entspricht als Isolierverglasung den Wärmeschutzvorgaben. Die Unterrichts- und Gruppenräume erhalten eine in die Fassade integrierte außenliegende Verschattung gemäß den Erfordernissen des sommerlichen Wärmeschutzes. Zusätzlich sind innenliegende Verdunklungsrollos vorgesehen.
Als Bodenbelag kommt allgemein Linoleum auf dem schwimmenden Estrich zum Einsatz.
Das Dach wird als extensiv begrüntes Flachdach mit integrierter Retentionsfläche ausgebildet.
Die Höhendifferenzen des Erweiterungsneubaus im Außenbereich (Topographie des Geländes) können durch Treppen und angeböschte Zuwegungen überbrückt werden. Das Längsgefälle der Zuwegung zum Hauptzugang des Erweiterungsbaus beträgt 4,1 % und überschreitet das Maximalgefälle von 3 %. Barrierefrei ist der Zugang zum Hof im Erdgeschoss des Erweiterungsbaus. Die Planung wurde mit dem Behindertenverband der Stadt Chemnitz abgestimmt.  

Der Zugang für Schüler zum Erweiterungsneubau und der Anlieferbereich sind durch eine Einfriedung voneinander getrennt.

Einfeldsporthalle

Der Baukörper der Einfeldsporthalle gliedert sich in den eigentlichen Hallenkörper und die    eingeschossigen Anbauten. Die Anbauten und auch die Halle selbst sind ganz bzw. teilweise eingegraben. Der Baukörper schließt sich im Untergeschoss an den Erweiterungsneubau der Grundschule an. Der Eingangsbereich im Erdgeschoss erhält eine hinterlüftete Vorhangfassade aus elementierten Faserzement-Platten mit Unterkonstruktion und Luftschicht. Oberhalb der Abdichtungsebene des Daches erfolgt der Aufbau eines Bolzplatzes.

Die Einfeldsporthalle selbst wird als großes, ruhiges Volumen wahrnehmbar sein. Trotz sichtbaren Tragwerks und offener Installationsführung wird über die rhythmisierte, flächige Einordnung haustechnischer Installationen eine optisch zurückhaltende Deckenuntersicht angestrebt. Prägend für den Eindruck der Halle ist der warme, einladende Charakter der umlaufenden, hölzernen Prallwand, der durch die Farbigkeit des Sportbodens unterstützt wird. Die Prallwand wird mit schallabsorbierenden Elementen im Prallwand-System ausgeführt.

Über den Fensterbändern an den Hallenlängsseiten ist für die Nutzer eine Orientierung in Bezug auf den Ort und Zeit möglich. Die Fensterbänder dienen darüber hinaus zur natürlichen Be- und Entlüftung. Zusätzlich sind jeweils sechs Lamellenfenster zur Entrauchung angeordnet.

Außenanlagen

Die denkmalgeschützten Vorgartenbereiche bleiben erhalten und können zudem aus Gründen der Lärmemission für die Gestaltung der Pausen-, Hort- und Sportflächen nicht genutzt werden. Auch auf den übrigen Grundstücksflächen sind geschützte Gehölze von eindrucksvoller Größe standort-prägend.
Im rückwärtigen Bereich umschließen das Bestandsgebäude und der Erweiterungsneubau einen zusammenhängenden Hofbereich, der die Grundlage für die Um- und Neugestaltung der Freianlagen bildet. Die Einfeldsporthalle befindet sich im rückwärtigen Gartenbereich und begrenzt den Hof südlich.
Alle befestigten Flächen, Orte für Spielgeräte, Sitzgelegenheiten und Flächen für freies Spiel und Bewegung werden mit Rücksicht auf die geschützten Bereiche der Bäume gestaltet. Aus Gründen der Flächenoptimierung und Gehölzerhaltung befindet sich der Bolzplatz auf dem Dach der Sporthalle. Die Sportflächen (Laufbahn und Weitsprunggrube) erstrecken sich entlang der westlichen Grundstücksgrenze und sind vom Hortgarten durch eine Heckenpflanzung abgeschirmt.

Die fahrtechnische Erschließung des Standortes (Anlieferung, Stellplätze, Feuerwehr, Bringe-/ Abholverkehr) erfolgt über die Emil-Rosenow-Straße. Die Abfahrt ist über die bestehende Zufahrt Reichsstraße geplant.

Technische Anlagen

Die Vorgaben der EnEV 2016 für Sanierungsbauten gelten hinsichtlich aller technischen Anlagen der Gebäude. Das Ziel ist, den Energiebedarf der Gebäude unter Beachtung der wirtschaftlichen Aspekte so gering wie möglich zu halten.

Die lufttechnische Versorgung des Objekts erfolgt im Bestand nahezu vollständig natürlich über Fensterlüftung. Nur innenliegende Räume des WC-Bereichs werden mechanisch über eine kleine RLT-Anlage mit Wärmerückgewinnung erschlossen. Zusätzlich ist der Einsatz von raumweisen CO2-Ampeln vorgesehen.

Im Erweiterungsneubau sind die Klassenräume teilweise zur stark frequentierten Reichsstraße
zugewandt. Aufgrund der Lärmemission gemäß DIN 4109-1 dürfen während des Unterrichts die Fenster nicht geöffnet werden. Aus diesem Grund erhält der Erweiterungsneubau eine Hybridlüftung (mechanische Lüftung und Fensterlüftung).

Die Einfeldsporthalle wird natürlich belüftet. Hier ist eine freie Lüftung mit ausreichend groß dimensionierten Fenstern konzipiert. Die innenliegenden fensterlosen Geräteräume, Technikräume und Flure in der Sporthalle werden über eine separate Anlage mit Wärmerückgewinnung mechanisch be- und entlüftet.    

Für das gesamte Schulgebäude ist ein strukturiertes EDV-Netz geplant. In den Klassenzimmern befinden sich über den Tafeln Datendosen, die für WLAN Accesspoints vorgesehen sind. Auch an jedem Lehrertisch werden sich Doppeldatendosen befinden. So ist in jedem Klassenraum der Anschluss eines Beamers oder einer interaktiven Tafel möglich.

Die Mensa im Neubau erhält eine Ausgabeküche, weil aufgrund der eingeschränkten Flächenkapazität (Reduzierung Neubaukosten) auf eine Kochküche verzichtet wird. Da es sich um eine nur zweizügige Grundschule handelt, kann die Versorgung, z. B. über die Vollküche der zukünftig in räumlicher Nähe befindlichen Oberschule am Hartmannplatz, gewährleistet werden.

Die Beheizung wird über eine Fernwärmestation realisiert. Die Kühlung für die Serverräume erfolgt über ein Splitkältesystem.

Zum Schutz des Bauwerks werden alle unterhalb der Geländeoberfläche liegenden Leitungsdurchführungen durch die Bauwerks-Dichtungsebene wasser- und gasdicht ausgeführt.

Die Stadt Chemnitz ist als Schulträger der allgemeinbildenden Schulen und der Schulen des zweiten Bildungsweges gemäß § 23 (2) SächsSchulG dazu verpflichtet, Schulen zu errichten, sofern ein öffentliches Bedürfnis besteht.

Die Maßnahme „Komplettsanierung eines denkmalgeschützten Gebäudes mit Erweiterungsneubau und Neubau einer Einfeldsporthalle“ zur Entwicklung des Schulstandortes „Zweizügige Grundschule Weststraße 19“ ist eine Maßnahme im Rahmen der Schulnetzplanung der Stadt Chemnitz (B-269/2018). Geplant ist eine zweizügige Grundschule für insgesamt 224 Schüler zzgl. Personal.

Um den Gesamtbedarf im Schulbezirk II zu kompensieren, ist mit Schuljahresbeginn 2022/2023 die Wiederinbetriebnahme des ehemaligen Schulstandortes Weststraße 19 als eine zweizügige Grundschule mit Hort geplant. Zur Absicherung des lehrplanmäßigen Sportunterrichtes werden eine Einfeldsporthalle sowie Sport- und Pausenfreiflächen erforderlich.

Zeitplan

Baubeginn: 10/2020
Bauende: 02/2023
Nutzungsaufnahme: 06/2022 Teilfreigabe

Finanzierung

Gesamtbudget: 15,2 Mio.

Diese Maßnahme wird gefördert durch die Bundesregierung aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Diese Baumaßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.

Bauherr

Stadt Chemnitz
Markt 1 • 09111 Chemnitz

Bauherrenvertreter

KommunalBau Chemnitz GmbH (KBC)
Clausstraße 10/12 • 09126 Chemnitz • info@kb-chemnitz.de

Planung

Generalplanung
ARGE IPROconsult I raumfeld architekten
Schnorrstraße 70 • 01069 Dresden • cgw@iproconsult.com

Kontakt

KBC
Clausstraße 10/12 • 09126 Chemnitz

Geschäftsführung:Simone Kalew, Rocco Brüsch
Telefon:0371 533-1440
E-Mail:info@kb-chemnitz.de